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Berühmte Taschendiebe

Zur damaligen Zeit gab es viele gute Taschendiebe, die einen Sonderstatus unter ihren Artgenossen innehatten. Durch ihre besondere Gabe wurden sie berühmt und meist sogar zu Legenden, deren Namen man nie vergessen wird. Berühmtheit heißt aber nicht, nie gefasst oder verurteilt worden zu sein, sondern die Versessenheit und Unbelehrbarkeit Taschendiebstähle auszuüben.


John Dawson

John Dawson war Amerikaner, der aufgrund seiner Seekrankheit nie sein Land verlassen hat. Überwiegend bestahl er seine Opfer auf den Märkten rund um Illinois. Dort entwendete er die Geldbeutel  seiner Opfer. Getreu dem Brauch der alten Zunft, entleerte er die Beutel und veranlasste die Abholung seiner Beute, aber nicht ohne seine  Visitenkarte beizulegen.

Mimi Lepreuil
Unter den aktiven tireurs war  Mimi Lepreuil  einer der bekanntesten in Frankreich.  Er war einer der Wenigen, die nie rechtskräftig verurteilt worden ist. Die Zeitgenossen seiner Zunft verliehen ihn den Ehrentitel "la main d`or" ( die Hand ).

Lady Finger

Lady Finger hielt sich ausschließlich im Kreise der Wohlhabenden auf, die sie am New Yorker Broadway durch  anrempeln bestahl. Ihre Kleidung und ihr Benehmen waren stets der Örtlichkeit angepasst. Sie zog die Blicke der Männer auf sich, sodass ein Mann nie hinter den wahren Grund der körperlichen Berührung gekommen ist.

Elizabeth West
Auch genannt "die Künstlerin", erleichterte Elizabeth West ohne Hilfsmittel ihre Opfer um ihre Geldbörsen. Ihr Betätigungsfeld waren die Theater in und um London. Obwohl sie ca. 25 Mal von der Polizei gefasst wurde, erlangte sie große Berühmtheit unter den Taschendieben. Während ihrer letzten Haft wurde ihr der Buchstabe "T" wie "thief" in den Daumen gebrannt. Zwei Wochen vor Beendigung ihrer Haftstrafe starb sie an "Kerkerfieber".

The Mail-Man
The Mail-Man war einer der sanften Taschendiebe. Als hilfsbereiter Schuhputzer bestahl er seine Kundschaft. Bevor er in den Taschen der New Yorker wühlte, verbrachte er seine Lehrjahre in Indianapolis. In einem Jahr brachte er es auf die stolze Summe von ca. 80.000 US Dollar. Nachdem er sämtliches Bargeld an sich gebracht hatte, verbrachte er die entleerten Geldbörsen zum nächsten Briefkasten, wodurch er auch seinen Namen erhielt.

John Larney, alias Mollie Matches
Er gehörte in den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu den Kriminellen, die sich regelmäßig im Winter in New Orleans einfanden und in den besten Hotels residierten. Bei einer großen Tanzveranstaltung in New York hatte sich John Larney als Streichholzverkäuferin unter die Besucher gemischt und die Taschen seiner Kunden geleert.

Elisabeth Gaßner, alias Schwarze Lies
Elisabeth Gaßner wurde 1742 in Ulm geboren. Sie stammte aus der Unterschicht und brachte  sieben Kinder zur Welt. Viele Jahre trieb die „Schwarze Lies“ ihr Unwesen und wurde 1788 in Dillingen, nachdem sie bei einer Feierlichkeit in Ludwigsburg dem Großfürsten einen Beutel mit 1400 Gulden in Gold- und Silbermünzen aus der Tasche zog, enthauptet.

Quellenangabe: Verlorene Töchter | Silberburg-Verlag | 2009

Margaret Murphy
Sie war eine erfolgreiche amerikanische Taschendiebin, die sich auf das Bestehlen von Trauergästen bei Beerdigungen spezialisiert hatte. Am Tag ihrer letzten Verurteilung in New Orleans im Februar 1887 war sie in einem betagten Alter von 77 Jahren.

Sophie Lyons
Bereits als kleines Kind wanderte sie mit ihrer englischen Familie nach Amerika aus. Bereits im Kindesalter erlernte sie ihr „Handwerk“ und heiratete mit 16 Jahren den Taschendieb Maury Harris. Sophie Lyons bevorzugte den Taschendiebstahl an Wohlhabenden und wurde zu einer längeren Haftstrafe in Sing Sing verurteilt. Von dort gelang ihr zusammen mit ihren zweiten Ehemann die Flucht, ehe sie sich in Frankreich als Madame de Varney ihre Kariere fortsetzte.

Louis Finkelstein, alias „Louis the Dip“
Über fünfzig Jahre währte die Kariere von „Louis the Dip“, wie man ihn in Amerika nannte. Louis Finkelstein wurde 120mal festgenommen, verbrachte über 10 Jahren hinter Gittern und starb im Alter von 68 Jahren.

Emilie Kemnat, alias Königin der Wiener Taschendiebe
Als Emilie Kemnat 1972 ihren 87. Geburtstag feierte, wurde zusammengerechnet, dass sie 55 Jahre, 9 Monate und 20 tage in Gefängnissen verbracht hat. Mit 84 Jahren stand sie das letzte Mal vor dem Richter, und auch dort versuchte sie den Richter zu bestehlen.

Angelillo
Der 72-jährige katalanische Taschendieb wurde in seiner Laufbahn nur dreimal auf frischer Tat gefasst, obschon man die Zahl seiner Zugriffe auf rund 100.000 schätzte. In einer vollbesetzten Straßenbahn gelang es Angelillo sieben Brieftaschen zu stehlen.

Fabil Finch
Die bekannte- und kleinwüchsige Londoner Taschendiebin stand 1985 als 75-jährige letztmalig vor dem Richter. Während ihrer 60 Jahre anhaltenden Kariere verbrachte sie ca. 20 dieser Jahre hinter Gittern.

Stanislaus Krasnik
1968 wurde Stanislaus Krasnik am Hauptbahnhof München auf frischer Tat festgenommen. Stanislaus Krasnik war 50 Jahre als Einzeltäter unterwegs und führte immer eine größere Bargeldsumme bei sich.

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