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Nachrichten vor 2000


Taschendieb bestahl drei Jahre seine Opfer
Berlin 2000: Der kleine Junge aus Bukarest viel den Bossen sofort auf. Der angehende Taschendieb hatte schon damals flinke Finger. Er konnte blitzschnell den durch die Luft wirbelnden Kugelschreiber in seinem Jackenärmel verschwinden lassen ohne das jemand es bemerkte. Die Bosse klopften dem kleinen Jungen wohlwollend auf die Schulter, den ihnen war klar, dass der 15jährige Junge viel Geld einbringen könnte. Die Bosse schickten den Jungen aus Bukarest nach Berlin, wo er für sie als Taschendieb "arbeiten" sollte. Drei Jahre bestahl der kleine Junge seine Opfer, doch jetzt bekam er eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Die ehemaligen Bosse konnten ihn nicht mehr erpressen und heute arbeitet der inzwischen 18jährige in der Gastronomie als Kellner. In einer renommierten Tageszeitung erzählt der ehemalige Taschendieb von seinem Leben. Er kam illegal über die grüne Grenze nach Deutschland und wurde von seinen Bossen mit der nötigen Ausrüstung ausgestattet. Er bekam einen Berliner Stadtplan, eine Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr, Handy, Rasierklingen und einen Mantel, dessen Taschen von innen durchgeschnitten waren. Ihm wurden die Orte gezeigt, an denen sich viele Touristen aufhielten und wo das große Geld zu holen war. Mach es nicht unter 500 Mark ansonsten ist das Risiko zu hoch, rieten ihm die Bosse. Bevorzugt beklaute er seine älteren Opfer nachdem sie Geld von der Bank abgehoben hatten. Er stellte sich in die Reihe am Schalter und las von den Lippen der Schalterangestellten, die das auszuzahlende Geld abzählten.  Draußen sprach er die ahnungslosen Opfer an und hielt Ihnen dabei einen Stadtplan, mit der Frage: "Können Sie mir sagen, wo diese Straße liegt". Während er den Stadtplan mit der linken Hand hielt, schlitzte er mit der Rechten unbemerkt die Taschen und Beutel der Opfer auf. Die gelehrten Geldbörsen schmiss er anschließend in den Briefkasten. Bis zu fünf Opfer täglich "erleichterte" der kleine Taschendieb. Obwohl er  bis zu 80% der Tageseinnahmen an seine Bosse abgeben musste, brachte er es auf ca. 90.000 DM im Jahr, die er für sich Nutzen durfte. "Diese Zeiten sind jetzt vorbei", erzählt er und bis heute ist er auch sauber geblieben.