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PKS 2005

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2005 wurde Mitte Mai 2006 vom Bundesinnenminister vorgestellt. Der Bericht beschäftigt sich ausschließlich mit dem Delikt Taschendiebstahl. Aufgeführte Deliktszahlen stammen überwiegend aus den Polizeilichen Kriminalstatistiken der Bundesländer und des Bundes (Angaben ohne Gewähr). Teilweise wurden die Deliktszahlen per Anschreiben an das jeweilige Landeskriminalamt ermittelt. Der Sonderbericht mit den angegeben Werten ist keine repräsentative Statistik und dient ausschließlich der Verdeutlichung des Deliktes Taschendiebstahl. Die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Berichtsjahr 2005 weist für das Delikt Taschendiebstahl eine registrierte Fallzahl von 110.552 Fällen auf. Das bedeutet ein Rückgang zum Vorjahr von 8.819 Delikten (2004 = 119.362) bei einer bundesweit festgestellten Aufklärungsquote von 5,4%. Es bleibt zu beachten eine unterschiedliche Einstufung des Deliktes Taschendiebstahl und die "tatsächliche Fallzahl", das so genannte Dunkelfeld.

 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Kriminalstatistik im Rückblick

Fallzahlen Deutschland 2000 - 2005

Taschendiebstahl in den Bundesländern

Grafische Darstellung Taschendiebstahl in den Bundesländern

Analyse und Bewertung Taschendiebstahl in NRW

Auswertung der PKS 2005

Gesamtschaden nach Taschendiebstahl

Zusammenfassung

Abschlussvermerk

 

Einleitung
Im nachfolgenden werden die im Internet veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistiken 2005 für das Delikt Taschendiebstahl (Deliktsschlüssel "3900") aufgezeigt. Bei der Recherche im Internet wurde festgestellt, dass nicht alle Bundesländer das Delikt gesondert ausführen. Teilweise wurde ausschließlich eine Kurzübersicht der PKS für das laufenden Berichtsjahr vorgefunden, die das Delikt Taschendiebstahl unter dem Gesamtpunkt "Diebstahl ohne erschwerende Umstände bzw. einfacher Diebstahl" zusammen fassen. Aufgrund dessen ist eine einheitliche Betrachtung teilweise beeinträchtigt (siehe Aussagekraft). Bundesländer, die die Fallzahl Taschendiebstahl für das Berichtsjahr 2005 nicht im Internet aufführten, wurden per E-Mail gesondert angeschrieben. Die daraus ergebenden Fallzahlen wurden in der unten aufgeführten tabellarischen Übersicht aufgelistet. Für das Bundesland Brandenburg liegt keine Fallzahl für das Delikt Taschendiebstahl vor.

Kriminalstatistik im Rückblick
Das Delikt Taschendiebstahl (*3900) hat im Berichtsjahr 2004 (119.362) den bisher höchsten Stand seit Einführung der Polizeilichen Kriminalstatistik erreicht. Seit 1999 war ein ständiger Anstieg der Fallzahlen zu beobachten. Das Berichtsjahr 2005 weist eine Fallzahl von 110.552 registrierten Taschendiebstählen auf. Zu beachten bleibt, dass es sich dabei um das Hellfeld handelt. Multipliziert man diesen Wert (110.552) mit dem Faktor 3 der Dunkelfeldschätzung ergibt sich eine mögliche Fallzahl von ca. 331.656 Taschendiebstählen. Zum Berichtsjahr 2004 bedeutet das im Gegensatz zum Jahr 2005 eine Abnahme von 8.810 Fällen (-7,4%). Die Ursachen für eine mögliche Abnahme des Deliktes sind zum Beispiel ein Verdrängungseffekt in andere Länder und auch die Einstufung in andere Deliktsgruppen wie z.B. eine polizeiliche Aufnahme in die Fallzahl, Diebstahl von Zahlungsmitteln oder verwandte Straftaten.

Fallzahlen Taschendiebstahl in Deutschland 2000 - 2005

PKS 2005 - Taschendiebstahl im Rückblick

Taschendiebstahl in den Bundesländern

PKS 2005 - Bundeslandvergleich

Anmerkung: Für das Bundesland Brandenburg liegen keine Fallzahlen für das Delikt Taschendiebstahl (Berichtsjahr 2005) vor. Addiert man die Fallzahlen der Bundesländer (außer Bundesland Brandenburg) ergibt es einen faktischen Wert von 104.413 Delikten. Daraus resultiert eine nicht offizielle Fallzahl in Brandenburg von 6.139 Taschendiebstählen. Die Zahlen sind aus den jeweiligen Kriminalstatistiken des Landes bzw. über Anfragen ermittelt worden. Es handelt sich um eine nicht repräsentative Statistik.

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Grafische Darstellung Taschendiebstahl in den Bundesländern
Die Grafik zeigt die Spanne zwischen den einzelnen Bundesländern. Währenddessen  Nordrhein-Westfalen immer noch die meisten Taschendiebstähle von der Polizei registriert werden, bildet das Bundesland Thüringen das Schlusslicht. Im Gegensatz zum Berichtsjahr 2004 verzeichnen die meisten Bundesländer einen Rückgang im Deliktsbereich Taschendiebstahl. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass Bundesländer verschiedene Einstufungen vernehmen, sodass z.B. ein Taschendiebstahl aus Gaststätten seine Einstufung in das Deliktsfeld "Diebstahl aus Gaststätte" erhalten kann.



Analyse und Bewertung Taschendiebstahl in Nordrhein Westfalen
Das Bundesland Nordrhein Westfalen hat wiedererwartend die mit Abstand höchste Fallzahl im Deliktsbereich Taschendiebstahl. Im Vergleich der Bundesländer registrierte die Polizei Nordrhein Westfahlen 41.759 angezeigte Delikte. Damit hat sich die Fallzahl im Gegensatz zum Berichtsjahr 2004 um 2.075 Fälle verringert. Das bedeutet eine Abnahme von 4,7%. Verschiedenste Ursachen sind hierbei zu nennen, unter anderem der Verdrängungseffekt in angrenzende Städte wie z.B. Düsseldorf, Duisburg und Wuppertal. Die Aufklärungsquote von Nordrhein Westfahlen ist leicht gestiegen, sodass diese bei nunmehr 5,4% liegt. Die meisten Taschendiebstähle passieren in Köln (11.870), Düsseldorf (4.789), Wuppertal (1.734) und Duisburg (1.090).

PKS 2005 - Analyse Nordrhein Westfalen

Auswertung der PKS 2005
Die registrierten Fallzahlen im Deliktsbereich Taschendiebstahl sind aus verschiedensten Gründen zurückgegangen. Somit ist der Aufwärtstrend der vergangenen 5 Jahre gestoppt worden. Das Berichtsjahr 2004 wies mit einer Fallzahl von 119.362 den bisher höchsten Stand seit Einführung der polizeilichen Kriminalstatistik auf. Die Aufklärungsquote konnte dementsprechend auf 5,4% gesteigert werden (Berichtsjahr 2004 = 4,9%). Damit ist das Delikt Taschendiebstahl immer noch an letzter Stelle wenn es um die Aufklärung von Straftaten geht. Beim Vergleich der einzelnen Bundesländer ist die "Schere" zwischen den Bundesländern verhältnismäßig groß. Währenddessen in Hamburg und Berlin nur 2,5% der angezeigten Fälle aufgeklärt werden, beträgt die Aufklärungsquote in Mecklenburg Vorpommern 14,6%. Gründe für diese Unterschiedliche Aufklärungsquote beruhen ausschließlich auf Spekulationen, jedoch ist die große Anonymität in den Ballungsgebieten vermutlich die Hauptursache. In den Ballungsschwächeren Bundesländern halten sich überwiegend ortsansässige Taschendiebe auf, die nur Gelegentlich in anderen Bezirken und Städten ihr Unwesen treiben. Großstädte wie Berlin, Hamburg, Köln oder auch Düsseldorf sind ständig beliebte Aufenthaltsorte für professionelle Taschen- und Trickdiebe. Nordrhein Westfahlen ist im Bundesländervergleich wieder einmal Spitzenreiter. Die Problematik der sog. Klaukinder spielt hier eine große Rolle (siehe andere Berichte). War in den vergangenen Jahren Köln Hauptausgangspunkt für regional agierende Taschendiebe, ist ein Ausweichen auf andere Städte im Ruhrgebiet (Düsseldorf, Duisburg oder auch Wuppertal) zu erkennen. Die Verringerung der Fallzahlen hat verschiedenste Gründe. Selbstverständlich ist es auch ein Erfolg der Ermittlungsbehörden die sich dem Taschendiebstahl besser angenommen haben als in den Jahren zuvor. Die Polizei hat erkannt, dass das Delikt ausschließlich mit gut geschulten Beamten zumindest ansatzweise bekämpft werden kann. Jedoch zählt hier keine Quantität, sondern nur Qualität der Ermittlungsbeamten. Andere Ursachen für die Verringerung der Fallzahlen im Bundesgebiet dürfte die verschiedene Einstufung der Delikte (siehe oben) sein. Einzelne Bundesländer stufen tatsächliche Taschendiebstähle in andere Deliktsgruppen ein. Das hat den Nebeneffekt, dass eine Steigerung der Fallzahlen ausbleibt. Trotz der bisher festgestellten Abnahme (nach der PKS 2005) ist das Delikt Taschendiebstahl nicht minder zu bewerten. Taschendiebstahl hat eine enorme Dunkelfeldziffer (siehe oben), sodass die tatsächliche Fallzahl wesentlich höher einzuschätzen ist. Mit Spannung bleibt zu beachten wie sich die beiden Großereignisse Fußballweltmeisterschaft und der Papstbesuch in der Polizeilichen Kriminalstatistik 2006 auswirken werden.

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Gesamtschaden nach Taschendiebstahl
Schnell und unbeobachtet ist der Griff nach dem Portemonnaie. Bevor der Diebstahl bemerkt wurde, ist der Taschendieb schon wieder weg. Dem Geschädigten bleibt nur noch die Anzeigenaufnahme bei der Polizei. Der Diebstahl der Geldbörse bedeutet nicht nur, dass das Bargeld weg ist, sondern auch, dass alle persönlichen Papiere neu beantragt und bezahlt werden müssen. Die polizeiliche Kriminalstatistik 2005 wies eine registrierte Fallzahl von 110.552 Fällen des Taschendiebstahls aus. Statistiker haben errechnet, dass durchschnittlich pro Taschendiebstahl ca. 200 - 500 Euro an Bargeld entwendet wird. Das bedeutet für das Berichtsjahr 2005 einen Gesamtschaden an Bargeld von (bei Durchschnittlich 300,- Euro) ca. 33.165.600 Euro. Bei Hinzurechnung des Dunkelfeldes ergibt sich ein Wert von knapp 100.000.000 Euro.


Zusammenfassung
Eine genaue Fallzahlenangabe lässt sich nur schwer errechnen, da zum einen das o.g. "Dunkelfeld" beim Taschendiebstahl eine sehr große Rolle spielt, und zum anderen Taschendiebstähle zum Beispiel als "Diebstahl unbarer Zahlungsmittel", "Diebstahl aus Gaststätte", "schwerer Diebstahl", Diebstahl mit Waffen oder Bandendiebstahl gewertet werden können, wenn die Tatbestandsmerkmale eingetreten sind. Aufgrund verschiedenster Ursachen ist die Fallzahl beim Delikt Taschendiebstahl verringert worden. Im Vorjahr wies die Polizeiliche Kriminalstatistik die Rekordfallzahl von 119.362 Fällen auf. Die Fallzahl konnte um 8.810 registrierte Fälle abgebaut werden. Die Aufklärungsquote liegt seit langer Zeit wieder über der "5,0% Hürde" Mit der festgestellten Aufklärungsquote von 5,4% ist das Delikt Taschendiebstahl jedoch erneut, das Delikt mit der niedrigsten Aufklärungsquote aller in der PKS registrierten Fälle. In Anbetracht der bevorstehenden Großereignisse in Deutschland 2006, wie die Fußballweltmeisterschaft und der Papstbesuch  und der damit anzunehmenden Zunahme professioneller Taschen- und Trickdiebe, die speziell dafür in die Bundesrepublik Deutschland aus dem Ausland anreisen, gehen Expertenhochrechnungen davon aus, das die Fallzahl im Berichtsjahr 2006 wieder steigen wird. Taschendiebe sind Profis und geschulte Spezialisten auf ihren Gebiet. Das erfordert auf Seiten der Exekutive nicht nur eine hohe "Mannzahl", sondern auch speziell ausgebildete Fahnder, die sich ständig der Bekämpfung des Delikts annehmen. Anlassbezogene Sondereinsätze wirken zusätzlich Abschreckend und bilden  in Zusammenhang mit dem ständigen Einsatz einen wichtigen Faktor.

Abschlussvermerk
Die polizeilichen Kriminalstatistiken der Bundesländer und des Bundes werden auf Grundlage der Richtlinie zur Erstellung der Kriminalstatistiken gefertigt und der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Statistiken dienen der Kriminalitätsbekämpfung, insbesondere der Beobachtung einzelner Deliktsarten. Dabei werden die Delikte anhand von Deliktsschlüssel registriert und bewertet. Eine objektive Betrachtung der Polizeilichen Kriminalstatistik ist jedoch nur möglich insofern alle Kriminalstatistiken nach einem gemeinsamen und einheitlichen Muster ausgewiesen werden. In den Medien, insbesondere dem Internet werden die registrierten Delikte in unterschiedlichster Weise ausgewiesen, sodass eine objektive Gegenüberstellung der Fallzahlen mit anderen Bundesländern fast unmöglich erscheint. Bei der Recherche wurde eine Vielzahl von veröffentlichten Kriminalstatistiken gefunden. Die Aussagekraft der einzelnen Landesstatistiken reichte von ungenügend bis sehr gut.  Um den Anspruch der objektiven Betrachtung einzelner Polizeilichen Kriminalstatistiken gerecht zu werden, empfiehlt es sich eine gemeinsame Plattform (Internetseite) einzurichten, in der alle Länderpolizeien ihre persönliche Kriminalstatistik einstellen und für die Allgemeinheit öffentlich machen. Hierbei sollte einheitlich nach einem gemeinsamen Muster vorgegangen werden. Die Kriminalstatistiken dienen nicht nur der Polizei, Justiz und Politik bei der Verbrechensbekämpfung und Einleitung von Folgemaßnahmen, sondern geben Aussage über den Sicherheitszustand im Bundesland und der Bundesrepublik Deutschland. Die Kriminalstatistiken werden für die Bürger gemacht und sollten für alle leicht zugänglich gemacht werden. Generell sollte es keine weiteren Abstufungen im Deliktsbereich Taschendiebstahl geben.

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Quellen: Bundeskriminalamt, Polizeien der Länder,  Es handelt es sich um keine offizielle und repräsentative Statistik - Fallzahlen wurden aus den jeweiligen Kriminalstatistiken entnommen. Alle Angaben ohne Gewähr.