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PKS 2007

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Berichtsjahr 2007 wird vom Bundesinnenminister vorgestellt. Auch dieses Jahr folgt erneut ein Sonderbeitrag zur vorgestellten Kriminalstatistik. Der Bericht beschäftigt sich mit dem Delikt Taschendiebstahl. Aufgeführte Deliktszahlen stammen überwiegend aus den Polizeilichen Kriminalstatistiken der Bundesländer und des Bundes (Angaben ohne Gewähr). Teilweise wurden die Deliktszahlen per Anschreiben an das jeweilige Landeskriminalamt ermittelt. Der Sonderbericht mit den angegeben Werten ist keine repräsentative Statistik und dient ausschließlich der Verdeutlichung des Deliktes Taschendiebstahl. Die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Berichtsjahr 2007 weist für  das  Deliktsfeld  Taschendiebstahl eine registrierte Fallzahl von 92.146 Delikten auf. Das bedeutet einen Rückgang um 8.838 Fällen. Wiedererwartend niedrig ist erneut die Aufklärungsquote im Bereich  Taschendiebstahl. Die Aufklärungsquote für das Berichtsjahr 2007 beträgt 5,7%, somit hat die Aufklärungsquote erneut abgenommen (2006=6,2%). Die Aufklärungsquote beim Taschendiebstahl ist erneut wieder die geringste aller erfassten Delikte in der Polizeilichen Kriminalstatistik 2007.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung

Kriminalstatistik Taschendiebstahl im  Rückblick

Tabellarische Darstellung - Taschendiebstahl in den Bundesländern

Statistiken Bundesland Berlin

Quellenangaben der Bundesländer

Auswertung der PKS 2007 für das Delikt Taschendiebstahl

Gesamtschaden nach Taschendiebstahl

Zusammenfassung Taschendiebstahl

Abschlussvermerk

Wichtige Hinweise

 

Einleitung
Bei der hier veröffentlichten Statistik bleibt die Aussagekraft zu beachten. Eine unterschiedliche Einstufung des Delikts und das Anzeigeverhalten (siehe Dunkelfeld) ist schwer zu erfassen, sodass von den registrierten Fällen ausgegangen werden muss. Wie bereits in den letzten Jahren festgestellt, ist ein Vergleich der jeweiligen Kriminalstatistiken nur schwer möglich, da kein einheitliches Auswertungssystem vorliegt. Teilweise wird ausschließlich eine kurze Pressemitteilung zum Abruf im Internet dargestellt. Durch den Webmaster wurde, falls nicht in ausführlicher Weise dargestellt, das jeweilige Landeskriminalamt bezüglich der Fallzahlen Taschendiebstahl angeschrieben. Dies gestaltete sich als unkompliziert - eine entsprechende Rückantwort folgte innerhalb weniger Tage. Das Bundesland Thüringen stellt spezielle Anfragen bzw. Fallzahlen ausschließlich gegen Entgelt zur Verfügung, sodass auf die Ausweisung für das Bundesland verzichtet wurde. Die Polizeiliche Kriminalstatistik dienst in erster Linie der Polizei und Justiz, aber auch der Bürger hat ein Anrecht auf eine transparente Darstellung. Im nachfolgenden werden die im Internet veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistiken 2007 für das Delikt Taschendiebstahl (Deliktsschlüssel "3900") aufgezeigt. Wie bereits im Unterpunkt Rechtsgrundlage beschrieben, besteht für alle Bundesländer eine einheitliche Richtlinie zur Erstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik. Bei der Recherche im Internet wurde jedoch festgestellt, dass nicht alle Bundesländer das Delikt gesondert ausführen. Teilweise wurde ausschließlich eine Kurzübersicht der PKS für das laufenden Berichtsjahr vorgefunden, die das Delikt Taschendiebstahl unter dem Gesamtpunkt "Diebstahl ohne erschwerende Umstände bzw. einfacher Diebstahl" zusammen fassen. Aufgrund dessen ist eine einheitliche Betrachtung teilweise beeinträchtigt (siehe Aussagekraft). Bundesländer, die die Fallzahlen für das Berichtsjahr 2007 nicht im Internet aufführten, wurden per E-Mail gesondert angeschrieben. Die daraus resistierenden Fallzahlen wurden in der unten aufgeführten tabellarischen Übersicht aufgelistet.

Kriminalstatistik Taschendiebstahl im  Rückblick
Das Delikt Taschendiebstahl (*3900) registrierte im Berichtsjahr 2004 (119.362) den bisher höchsten Stand seit Einführung der Polizeilichen Kriminalstatistik. Seit 1999 war ein ständiger Anstieg der Fallzahlen zu beobachten. Für das Berichtsjahr 2007 ist die Fallzahl der bekannt gewordenen Fälle zu 2006 um 8.838 gesunken. Zu beachten bleibt, dass es sich dabei um das Hellfeld handelt. Multipliziert man diesen Wert mit dem Faktor 3 der Dunkelfeldschätzung ergibt sich eine viel größere Fallzahl. Die Ursachen für eine mögliche Abnahme des Deliktes sind zum Beispiel ein Verdrängungseffekt in andere Länder und auch die Einstufung in andere Deliktsgruppen wie z.B. eine polizeiliche Aufnahme in die Fallzahl, Diebstahl von Zahlungsmitteln oder verwandte Straftaten.

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PKS 2007 - Fallzahlen Deutschland 2000-2007

Tabellarische Darstellung - Taschendiebstahl in den Bundesländern

PKS 2007 - Fallzahlen Bundesländer

Erklärungen: Bei Anfragen für Privatperson können Kosten entstehen, sofern die gewünschte Anfrage nicht in der PKS veröffentlicht ist / *unbekannt Fallzahlen bzw. Aufklärungsquoten wurden nicht in der jeweiligen Polizeilichen Kriminalstatistik ausgewiesen, und konnten nicht nachträglich festgestellt werden.

Anmerkung: Für das Bundesland Thüringen  lagen für Berichtszeitraum als  einigstes Bundesland keine Fallzahlen vor (Entgelt erforderlich). In Zeiten der Präventionskampagnen eine nicht ausreichende Serviceleistung gegenüber dem Bürger. Alle anderen Bundesländer haben das Delikt ausgewiesen oder haben die Fallzahl per E-Mail beantwortet. Im Jahr 2007 wurde die Gesamtfallzahl (Bund) Minus die 15 Bundesländer gerechnet um auf die fiktive Fallzahl zu kommen.

Statistiken Bundesland Berlin

Quelle: Auszug aus der veröffentlichen Polizeilichen Kriminalstatistik des Bundeslandes Berlin vom Berichtsjahr 2007 (Link siehe unten).

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Quellenangaben der Bundesländer

Bayern: www.polizei.bayern.de
Baden Württemberg: www.polizei-bw.de
Berlin: www.berlin.de
Brandenburg: www.internetwache.brandenburg.de
Bremen: www.inneres.bremen.de
Hamburg: www.fhh.hamburg.de
Hessen: www.polizei.hessen.de
Mecklenburg Vorpommern: www.polizei.mvnet.de
Niedersachsen: www.polizei.niedersachsen.de
Nordrhein - Westfalen: www1.polizei-nrw.de
Reinland Pfalz: www.polizei.rlp.de
Saarland: www.saarland.de
Sachsen: www.polizei.sachsen.de
Sachsen Anhalt: www.polizei.sachsen-anhalt.de
Schleswig Holstein: www.polizei.schleswig-holstein.de
Thüringen: www.thueringen.de
Bund: www.bmi.bund.de

 

Auswertung der PKS 2007 für das Delikt Taschendiebstahl
Die registrierten Fallzahlen im Deliktsbereich Taschendiebstahl sind aus verschiedensten Gründen zurückgegangen. Somit ist der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre weiter rückläufig. Die Aufklärungsquote ist jedoch um 0,5% gesunken, sodass hierfür eine Aufklärungsquote 5,7% festzustellen ist. Taschendiebstahl ist das Delikt in der PKS mit der niedrigsten Aufklärungsquote. Kein anderes Delikt findet so wenig Aufklärung. Gründe für diese Unterschiedliche Aufklärungsquote bei den Polizeien der Länder beruhen ausschließlich auf Spekulationen, jedoch ist die große Anonymität in den Ballungsgebieten vermutlich die Hauptursache. In den Ballungsschwächeren Bundesländern halten sich überwiegend ortsansässige Taschendiebe auf, die nur Gelegentlich in anderen Bezirken und Städten ihr Unwesen treiben. Großstädte wie Berlin, Hamburg, Köln oder auch Düsseldorf sind ständig beliebte Aufenthaltsorte für professionelle Taschen- und Trickdiebe. Nordrhein Westfalen ist im Bundesländervergleich wieder einmal Spitzenreiter. Die Problematik der sog. Klaukinder spielt hier eine große Rolle (siehe andere Berichte). War in den vergangenen Jahren Köln Hauptausgangspunkt für regional agierende Taschendiebe, ist ein Ausweichen auf andere Städte im Ruhrgebiet zu erkennen. Die niedrigere Fallzahl in der PKS 2007 hat viele Gründe. Selbstverständlich ist es auch ein Erfolg der Ermittlungsbehörden die sich dem Taschendiebstahl besser angenommen haben als in den Jahren zuvor. Die Polizei hat erkannt, dass das Delikt ausschließlich mit gut geschulten Beamten zumindest ansatzweise bekämpft werden kann. Jedoch zählt hier keine Quantität, sondern nur Qualität der Ermittlungsbeamten. Wie in den Jahren zuvor wurden die Polizeien angeschrieben wo eine Fallzahl für das Delikt nicht ausgewiesen wurde. Dabei wurde auch verwiesen dass eine unterschiedliche Bewertung des Delikts die Einstufung in eine andere Ordnungszahl bedeuten kann. Somit ist ein Taschendiebstahl in einem Restaurant, aus der mitgeführten Tasche ein Grenzfall zur Einstufung. Letztlich nimmt der zuständige PKS Sachbearbeiter einer jeden Dienststelle die Einstufung vor und kann somit über die Fallzahl "mitentscheiden". Trotz der bisher festgestellten Abnahme ist das Delikt Taschendiebstahl nicht minder zu bewerten. Taschendiebstahl hat eine enorme Dunkelfeldziffer (siehe oben), sodass die tatsächliche Fallzahl wesentlich höher einzuschätzen ist.

Gesamtschaden nach Taschendiebstahl

Schnell und unbeobachtet ist der Griff nach dem Portemonnaie. Bevor der Diebstahl bemerkt wurde, ist der Taschendieb schon wieder weg. Dem Geschädigten bleibt nur noch die Anzeigenaufnahme bei der Polizei. Der Diebstahl der Geldbörse bedeutet nicht nur, dass das Bargeld weg ist, sondern auch, dass alle persönlichen Papiere neu beantragt und bezahlt werden müssen. Statistiker haben errechnet, dass durchschnittlich pro Taschendiebstahl ca. 200 - 500 Euro an Bargeld entwendet wird. Z.B. bedeutet das für das Berichtsjahr 2005 einen Gesamtschaden an Bargeld von (bei Durchschnittlich 300,- Euro) ca. 30.295.200 Euro. Bei Hinzurechnung des Dunkelfeldes ergibt sich ein Wert von knapp 90.000.000 Euro. Dabei ist zu beachten, dass keine Folgedelikte, wie die Bargeldabhebung an Kartenautomaten oder der widerrechtliche Einsatz im Lastschriftverfahren gestohlener Karten, mit berechnet wurden. Rechnet man diesen Folgeschaden mit ein, dürfte der Schaden bei mindesten 250.000.000 Euro liegen. Ein enormer Schaden der nur durch Taschendiebe in Deutschland begangen wird. Neben den materiellen Schäden wird der geschädigte Bürger in seiner persönlichen Freiheit beschränkt. Der Dieb ist in die Privatsphäre der Person direkt eingedrungen. Bei einigen Personen, gerade im Fortgeschrittenen Alter, hat das direkte Auswirkungen auf das körperliche Wohlbefinden und Sicherheitsgefühl, dass nur schwer wieder aufgebaut werden kann. Hilfe bietet hier z.B. der "Weisse Ring".

Zusammenfassung Taschendiebstahl
Eine genaue Fallzahlenangabe lässt sich nur schwer errechnen, da zum einen das o.g. "Dunkelfeld" beim Taschendiebstahl eine sehr große Rolle spielt, und zum anderen Taschendiebstähle zum Beispiel als "Diebstahl unbarer Zahlungsmittel", "Diebstahl aus Gaststätte", "schwerer Diebstahl", Diebstahl mit Waffen oder Bandendiebstahl gewertet werden können, wenn die Tatbestandsmerkmale eingetreten sind. Aufgrund verschiedenster Uraschen ist die Fallzahl beim Delikt Taschendiebstahl verringert worden. Taschendiebe sind Profis und geschulte Spezialisten auf ihrem Gebiet. Das erfordert auf Seiten der Exekutive nicht nur eine hohe "Mannzahl", sondern auch speziell ausgebildete Fahnder, die sich ständig der Bekämpfung des Delikts annehmen. Anlassbezogene Sondereinsätze wirken zusätzlich Abschreckend und bilden  in Zusammenhang mit dem ständigen Einsatz einen wichtigen Faktor.

Abschlussvermerk
Die polizeilichen Kriminalstatistiken der Bundesländer und des Bundes werden auf Grundlage der Richtlinie zur Erstellung der Kriminalstatistiken gefertigt und der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Statistiken dienen der Kriminalitätsbekämpfung, insbesondere der Beobachtung einzelner Deliktsarten. Dabei werden die Delikte anhand von Deliktsschlüssel registriert und bewertet. Eine objektive Betrachtung der Polizeilichen Kriminalstatistik ist jedoch nur möglich insofern alle Kriminalstatistiken nach einem gemeinsamen und einheitlichen Muster ausgewiesen werden. In den Medien, insbesondere dem Internet werden die registrierten Delikte in unterschiedlichster Weise ausgewiesen, sodass eine objektive Gegenüberstellung der Fallzahlen mit anderen Bundesländern fast unmöglich erscheint. Bei der Recherche wurde eine Vielzahl von veröffentlichten Kriminalstatistiken gefunden. Die Aussagekraft der einzelnen Landesstatistiken reichte von ungenügend bis sehr gut.  Für das Bundesland Schleswig Holstein kann man nur wieder ein großes Lob aussprechen. Eine sehr ausführliche PKS Veröffentlichung, die alle Vergleiche zulässt. Zwar erscheint diese ggf. zu ausführlich, aber eine Zusammenfassung wurde auch veröffentlicht. Sollten die anderen Bundesländer dem Beispiel Schleswig Holstein folgen, wäre die PKS zumindest objektiv betrachtet miteinander vergleichbarer, obwohl die Aussagekraft der PKS davon unberührt bleibt. Um den Anspruch der objektiven Betrachtung einzelner Polizeilichen Kriminalstatistiken gerecht zu werden, empfiehlt es sich eine gemeinsame Plattform (Internetseite) einzurichten, in der alle Länderpolizeien ihre persönliche Kriminalstatistik einstellen und für die Allgemeinheit öffentlich machen. Hierbei sollte einheitlich nach einem gemeinsames Muster, siehe z.B. Schleswig Holstein, vorgegangen werden. Die Kriminalstatistiken dienen nicht nur der Polizei, Justiz und Politik bei der Verbrechensbekämpfung und Einleitung von Folgemaßnahmen, sondern geben Aussage über den Sicherheitszustand im Bundesland und der Bundesrepublik Deutschland. Die Kriminalstatistiken werden für die Bürger gemacht und sollten für alle leicht zugänglich gemacht werden.

Wichtige Hinweise
Die Erstellung der Arbeit wurde anhand der im Internet veröffentlichten polizeilichen Kriminalstatistiken der Polizeien der Länder und des Bundes gefertigt bzw. per Schriftverkehr ermittelt. Es handelt sich bei der Arbeit um eine persönlich geistige Schöpfung die nach besten Wissen und Gewissen erstellt wurde. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit wird aus den oben genannten Gründen keine Gewähr übernommen. Sollten bei Ihnen andere Fallzahlen vorliegen bitte ich um Verständigung für die Richtigstellung jeweiliger Fallzahlen.

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Quellen: Bundeskriminalamt, Polizeien der Länder,  Es handelt es sich um keine offizielle und repräsentative Statistik - Fallzahlen wurden aus den jeweiligen Kriminalstatistiken entnommen. Alle Angaben ohne Gewähr.