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PKS 2008

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2008 wurde vom Bundesinnenminister vorgestellt. Der Sonderbeitrag beschäftigt sich mit dem Delikt Taschendiebstahl und den angrenzenden Deliktsfeldern. Abweichend von den Sonderberichten der letzten Jahre wird nicht auf jedes einzelne Bundesland gesondert eingegangen. Es erfolgen überwiegend ausgesuchte Statistiken der Bundesländer. Sofern Sie nähere Angaben zu den einzelnen Bundesländern gewinnen wollen, erreichen sie die Statistiken unter den nachfolgend aufgeführten Internetlinks. Ferner wird auf einzelnen artverwandte bzw. Folgedelikte eingegangen.

 

Inhaltsverzeichnis:

Fallzahl und Aufklärungsquote
Kriminalstatistik im Jahresrückblick
Bundesländer
Einfacher Diebstahl unbarer Zahlungsmittel
Betrug mittels rechtswidrig erlangter Zahlungsmittel
Zusammenfassung Delikt Taschendiebstahl
Quellenangaben Bundesländer

 

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2008 weißt für das Delikt Taschendiebstahl eine Fallzahl von 91.609 angezeigten Taschendiebstähle auf.  Das sind 537 weniger Fälle als im Berichtsjahr 2007. Somit hat sich die Fallzahl (Hellfeld), trotz intensiver Präventionsmaßnahmen nicht entsprechend verringert. Nicht unerwartet hat sie die Aufklärungsquote weiter auf einen Stand von 5,4% verringert (Berichtsjahr 2007 = 5,7%). Die Aufklärungsquote beim Taschendiebstahl ist erneut wieder die geringste aller erfassten Delikte in  der  Polizeilichen  Kriminalstatistik. Bei der hier veröffentlichten Statistik bleibt die Aussagekraft zu beachten. Eine unterschiedliche Einstufung des Delikts und das Anzeigeverhalten (siehe Dunkelfeld) sind schwer zu erfassen, sodass von den registrierten Fällen ausgegangen werden muss. Die Polizeiliche Kriminalstatistik dient in erster Linie der Polizei und Justiz, aber auch der Bürger hat ein Anrecht auf eine transparente Darstellung. Zum 1. Januar 2008 wurde die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) von einem bundeseinheitlichen vierstelligen auf einen sechsstelligen Straftatenschlüssel sowie auf die so genannte Einzeldatensatz- anlieferung umgestellt. Die Umstellung des Datenaustauschs auf den Einzeldatensatz erfolgte im Parallelbetrieb, das heißt, die Länder konnten 2008 die PKS-Standardtabellen auch noch wie bisher in aggregierte Form anliefern. Bei einigen der Länder, die auf die Übermittlung aggregierte Daten verzichtet haben oder diese nicht mehr in der bisherigen Form aufgrund der Einführung neuer Auswertetools realisieren konnten, hat dies zu minimalen Differenzen (Abweichungen von maximal 0,02 Prozent) zwischen der Aggregation im Bundeskriminalamt und dem jeweiligen Land geführt. Aufgrund der heterogenen Datenanlieferung (aggregierte Daten und Einzeldatensätze) steht daher für das Berichtsjahr 2008 nur der vierstellige PKS-Straftatenschlüssel für Auswertungszwecke zur Verfügung. Lediglich für jene Länder, die PKS-Einzeldatensätze zugeliefert haben, können differenzierte Auswertungen auf Basis des sechsstelligen Straftatenschlüssels vorgenommen werden. Umfassende, freie Auswertungen der Daten für das Berichtsjahr 2008, die über die bekannten Standardtabellen hinausgehen, können hingegen noch nicht realisiert werden.

Fallzahl und Aufklärungsquote
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2008 weißt für das Delikt Taschendiebstahl eine Fallzahl von 91.609 angezeigten Taschendiebstähle auf.  Das sind 537 weniger Fälle als im Berichtsjahr 2007. Nicht unerwartet hat sie die Aufklärungsquote weiter auf einen Stand von 5,4% verringert Die Aufklärungsquote beim Taschendiebstahl ist erneut wieder die geringste aller erfassten Delikte in  der  Polizeilichen  Kriminalstatistik.

Kriminalstatistik im Jahresrückblick
Das Delikt Taschendiebstahl registrierte im Berichtsjahr 2004 (119.362) den bisher höchsten Stand seit Einführung der Polizeilichen Kriminalstatistik. Seit 1999 war ein ständiger Anstieg der Fallzahlen zu beobachten. Für das Berichtsjahr 2007 ist die Fallzahl der bekannt gewordenen Fälle zu 2006 um 8.838 gesunken. Zu beachten bleibt, dass es sich dabei um das Hellfeld handelt. Multipliziert man diesen Wert mit dem Faktor 3 der Dunkelfeldschätzung ergibt sich eine viel größere Fallzahl. Die Ursachen für eine mögliche Abnahme des Deliktes sind zum Beispiel ein Verdrängungseffekt in andere Länder und auch die Einstufung in andere Deliktsgruppen wie z.B. eine polizeiliche Aufnahme in die Fallzahl, Diebstahl von Zahlungsmitteln oder verwandte Straftaten.

Bundesländer

  • Nordrhein-Westfalen: Der Taschendiebstahl hat um 1,4 % zugenommen. Die Anzahl der angezeigten Taschendiebstähle erhöhte sich somit um 455 Fälle von 32.298 im Jahr 2007 auf 32.753 Fälle.
  • Hamburg: In Hamburg wurden im Berichtszeitraum 544 weniger Taschendiebstähle als im Vergleichsjahr 2007 angezeigt. Somit betrug die Anzahl 9.893 Fälle. Die Aufklärungsquote beträgt 2,7%.
  • Berlin: In Berlin wurden im Jahr 2008 insgesamt 12.403 Taschendiebstähle angezeigt. Seit Erstellung einer Gesamtberliner Statistik aus dem Jahr 1991 handelt es sich bei dem Wert um den niedrigsten Stand der verzeichnet wurde. Die Aufklärungsquote beträgt 5,2%.

Einfacher Diebstahl unbarer Zahlungsmittel
Die PKS 2008 registrierte beim einfachen Diebstahl unbarer Zahlungsmittel einen Anstieg um 5,7 Prozent. Das bedeutet eine Fallzahl von 97.992 Fällen. Die Aufklärungsquote beträgt 8,7%.

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Betrug mittels rechtswidrig erlangter Zahlungsmittel

Hierbei ist z.B. der Einsatz von Debitkarten bei der Abhebung von Bargeld an Bankautomaten zu nennen. Überwiegende stammen die entwendeten Bankkarten aus zuvor begangenen Taschen- und Trickdiebstählen. Die Taschendiebe setzen hierbei die Bankkarten widerrechtlich ein. Dieses Delikt verzeichnet eine Abnahme von 7,4 Prozent auf 66.842 Fälle. Die Hohe Aufklärungsquote von 43,5 Prozent resultiert von den fotografischen Sicherungen der Kameraaufnahmen an den jeweiligen Geldautomaten.

Zusammenfassung Delikt Taschendiebstahl
Die registrierten Fallzahlen im Deliktsbereich Taschendiebstahl sind aus verschiedensten Gründen zurückgegangen. Somit ist der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre weiter rückläufig. Die Aufklärungsquote ist jedoch erneut um 0,3% gesunken. Taschendiebstahl ist das Delikt in der PKS mit der niedrigsten Aufklärungsquote. Kein anderes Delikt findet so wenig Aufklärung. Gründe für diese Unterschiedliche Aufklärungsquote bei den Polizeien der Länder beruhen ausschließlich auf Spekulationen, jedoch ist die große Anonymität in den Ballungsgebieten vermutlich die Hauptursache. In den Ballungsschwächeren Bundesländern halten sich überwiegend ortsansässige Taschendiebe auf, die nur Gelegentlich in anderen Bezirken und Städten ihr Unwesen treiben. Großstädte wie Berlin, Hamburg, Köln oder auch Düsseldorf sind ständig beliebte Aufenthaltsorte für professionelle Taschen- und Trickdiebe. Nordrhein Westfalen ist im Bundesländervergleich wieder einmal Spitzenreiter. Die niedrigere Fallzahl in der PKS 2008 hat viele Gründe. Selbstverständlich ist es auch ein Erfolg der Ermittlungsbehörden die sich dem Taschendiebstahl besser angenommen haben als in den Jahren zuvor. Die Polizei hat erkannt, dass das Delikt ausschließlich mit gut geschulten Beamten zumindest ansatzweise bekämpft werden kann. Jedoch zählt hier keine Quantität, sondern nur Qualität der Ermittlungsbeamten. Trotz der bisher festgestellten Abnahme ist das Delikt Taschendiebstahl nicht minder zu bewerten. Taschendiebstahl hat eine enorme Dunkelfeldziffer (siehe oben), sodass die tatsächliche Fallzahl wesentlich höher einzuschätzen ist. Eine genaue Fallzahlenangabe lässt sich nur schwer errechnen, da zum einen das o.g. "Dunkelfeld" beim Taschendiebstahl eine sehr große Rolle spielt, und zum anderen Taschendiebstähle zum Beispiel als "Diebstahl unbarer Zahlungsmittel", "Diebstahl aus Gaststätte", "schwerer Diebstahl", Diebstahl mit Waffen oder Bandendiebstahl gewertet werden können, wenn die Tatbestandsmerkmale eingetreten sind. Aufgrund verschiedenster Uraschen ist die Fallzahl beim Delikt Taschendiebstahl verringert worden. Taschendiebe sind Profis und geschulte Spezialisten auf ihrem Gebiet. Das erfordert auf Seiten der Exekutive nicht nur eine hohe "Mannzahl", sondern auch speziell ausgebildete Fahnder, die sich ständig der Bekämpfung des Delikts annehmen. Anlassbezogene Sondereinsätze wirken zusätzlich Abschreckend und bilden  in Zusammenhang mit dem ständigen Einsatz einen wichtigen Faktor.

Quellenangaben Bundesländer

Bayern: www.polizei.bayern.de
Baden Württemberg: www.polizei-bw.de
Berlin: www.berlin.de
Brandenburg: www.internetwache.brandenburg.de
Bremen: www.inneres.bremen.de
Hamburg: www.fhh.hamburg.de
Hessen: www.polizei.hessen.de
Mecklenburg Vorpommern: www.polizei.mvnet.de
Niedersachsen: www.polizei.niedersachsen.de
Nordrhein - Westfalen: www1.polizei-nrw.de
Reinland Pfalz: www.polizei.rlp.de
Saarland: www.saarland.de
Sachsen: www.polizei.sachsen.de
Sachsen Anhalt: www.polizei.sachsen-anhalt.de
Schleswig Holstein: www.polizei.schleswig-holstein.de
Thüringen: www.thueringen.de
Bund: www.bmi.bund.de

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Quellen: Bundeskriminalamt, Polizeien der Länder,  Es handelt es sich um keine offizielle und repräsentative Statistik - Fallzahlen wurden aus den jeweiligen Kriminalstatistiken entnommen. Alle Angaben ohne Gewähr.